Pedalieren……
….. schön gleichmäßig pedalieren. So höre ich heute noch Moni´s Stimme genau vor mir.
Moni war einer unserer Scouts bei der letztjährigen Alpenüberquerung. Wir habe zum Teil Tränen gelacht wenn wir im Nachhinein darüber gesprochen haben. Die Frage ist allerdings: Was wollte sie uns damit sagen? Sollten wir unseren Rhythmus finden und ihn dann am Berg durchziehen? Wollte sie uns nur ablenken?
Tja so richtig beantworten kann ich die Geschichte nicht. Na ja vielleicht ein wenig. Vom Pedalieren lässt sich ja ganz schnell die Trittfrequenz ableiten. Und dazu findet man in der Literatur so einiges. Die optimale Trittfrequenz liegt zwischen 85 und 110 Umdrehungen pro Minute.
Toll und nun?
Beim Fahren mit großen Gängen und wenig Drehzahlen trainiert man kurzfaserige Muskeln. Man bekommt sehr viel Kraft. Das klingt auf Anhieb sehr gut hat aber einen kleinen Haken, zum einen haben diese „kraftvollen“ Beine zwar Kraft aber keine Ausdauer. Und zum anderen saugen sie Energie. Die Körpereigenen Tanks werden relativ schnell gelehrt. Diese Training wäre ideal für Sprinter die normal fahren und dann kurzfristig richtig Power brauchen.
Wenn man mit hohen Trittfrequenzen fährt, trainiert man langfaserige Muskeln. Der Fahrer hat relativ wenig Schnellkraft, Bergsprints oder ähnliches liegen diesem Fahrer nicht. Es gibt aber einen großen Vorteil er hat eine hohe Ausdauer. Die „Tanks“ werden gleichmäßig langsam geleert und man kann auf Marathonstrecken gezielt gegensteuern.
So viel zur Theorie, jetzt wollte ich gerne mal schauen was bei mir so geht. Also habe ich mir einen Trittfrequenzsensor montiert und bin auf eine meiner Lieblingstrecken gegangen. Nach den ersten zwei Kilometern die ich rein nach Gefühl gefahren habe schaute ich das erste mal auf die Trittfrequenz. 60 Umdrehungen pro Minute, na super. Also habe ich mich zusammen genommen und meine Frequenz auf 80 erhöht. Nach weiteren 4 Kilometern dachte ich mir Junge das macht dich Tot !!!!! Egal, Training ist Training . Die 80 Umdrehungen müssen gehalten werden. Nach den ersten 25 Kilometern dachte ich mir: „Siehste, geht doch“. Also habe ich auf 85 hochgeschraubt, nebenbei noch meinen Puls und meine Atmung. Dabei sollte es doch eine Chillige Nachmittagsrunde werden. Doch dann kam mein Boxenstopp an der Siegquelle, Tanken und weiter ging es. Bergab Richtung Walpersdorf also genau der Richtige Zeitpunkt um auf 100 Umdrehungen zu gehen. Bist du eigentlich Blöd? Bergab, der größte Gang und ich trete in die Pedale wie ein blöder.
Mittlerweile in Deuz angekommen zahle ich den Tribut für meine Euphorie, die Beine werden schwerer. Du könntest jetzt im Garten liegen und Radio hören. Und schwupps da war ich schon an der Hainchener Höhe. Und jetzt ist mir die Trittfrequenz so was von egal. Überleben und den Berg bezwingen sind die einzigen Gedanken die noch habe. Oben angekommen hat es mich schon wieder gepackt. Pizzarad und los geht’s. Komisch nach der Bergfahrt ging es wieder 85 Umdrehungen waren wieder drin, komisch.
Der erste Selbstversuch war beendet, fahren mit hoher Trittfrequenz. Das spannende kam erst den nächsten Tag, ich war wieder fit und habe die nächste Tour gemacht. Und die nächsten 80 km liefen auch sehr gut. Ich denke ich werde noch bewusst ein paar Tests machen und euch auf dem laufenden halten. Aber die Tendenz geht dann doch Richtung 90 min^-1. Als alter Mountainbiker eine heftige Umstellung aber scheinbar tuts wirklich besser.
Die ARD hat dazu noch folgendes zu bieten: Der runde Tritt
